Ein Carport kostet mit Montage und Fundament zwischen grob 2.500 € für einen einfachen Holz-Einzelcarport und über 13.000 € für einen Doppelcarport aus Stahl. Hier bekommst du die Preise nach Material und Größe, die Nebenkosten, die in den Katalogpreisen fehlen, meine Einschätzung zu Holz gegen Alu aus Zimmerer-Sicht, und die Genehmigungsregel in Bayern – die einfacher klingt, als sie ist.
Carport Kosten 2026: Preise nach Material und Größe
Die Spannen sind Richtwerte aus abgeglichenen Portalen und eigenen Kalkulationen. „Montiert“ heißt: Bausatz oder Maßanfertigung, vom Fachbetrieb aufgebaut, ohne Fundament und ohne Bodenbelag – die kommen unten dazu. Einzelcarport heißt hier rund 3 × 5 m, Doppelcarport rund 6 × 5 m.
| Position | Einzelcarport | Doppelcarport |
|---|---|---|
| Bausatz Holz, Selbstaufbau (nur Material) | ca. 700–3.000 € | ca. 1.500–5.000 € |
| Bausatz Aluminium, Selbstaufbau | ca. 1.200–4.500 € | ca. 2.500–7.000 € |
| Holz, montiert (Leimholz oder KVH) | ca. 2.000–5.500 € | ca. 3.500–9.000 € |
| Aluminium, montiert | ca. 2.700–6.800 € | ca. 5.500–11.500 € |
| Stahl, montiert (feuerverzinkt, pulverbeschichtet) | ca. 4.000–7.500 € | ca. 7.000–13.500 € |
| Nur Montage eines Bausatzes durch den Betrieb | ca. 700–1.200 € | ca. 1.000–1.800 € |
| Punktfundamente (4–6 Stück, frostfrei 80 cm) | ca. 400–1.200 € | |
| Bodenplatte oder Pflaster inkl. Unterbau | ca. 60–150 € je m² | |
| Abstellraum / Geräteraum angebaut | ca. 800–2.500 € | |
| Dachrinne mit Fallrohr und Ableitung | ca. 150–400 € | |
Rechenbeispiel Doppelcarport Holz, Fachbetrieb, 30 m²: 5.500 € Carport montiert, 800 € Punktfundamente, 2.700 € Pflaster mit Unterbau, 300 € Entwässerung – rund 9.300 €. Die 3.500 € aus dem Katalog waren also knapp ein Drittel. Wer nur Fundamente setzt und auf Schotter statt Pflaster parkt, landet bei etwa 6.500 €.
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Holz, Aluminium oder Stahl – was ich empfehle
Holz ist mein Handwerk, deshalb sage ich es klar: Ein Holzcarport ist die günstigste und optisch am besten anpassbare Lösung, aber er ist nicht wartungsfrei. Alle drei bis fünf Jahre Lasur, Pfostenfüße nie im Boden oder im Pflaster, sondern auf Stahlträgern mit Abstand zur Fläche. Leimholz (BSH) bleibt gerader als Konstruktionsvollholz (KVH), kostet aber 20 bis 30 Prozent mehr. Bei Douglasie oder Lärche kannst du auf die Lasur verzichten, dann wird das Holz grau – das muss man wollen. Achte auf die Querschnitte: 12 × 12 cm Pfosten sind bei einem Doppelcarport das Minimum, Bausätze mit 9 × 9 cm biegen sich bei Schneelast.
Aluminium ist wartungsfrei und hält bei guter Pulverbeschichtung Jahrzehnte. Der Nachteil sind die schlanken Profile: Viele günstige Alu-Carports sind für Schneelastzone 1 ausgelegt, in weiten Teilen Bayerns brauchst du Zone 2 oder 3. Frag ausdrücklich nach der zugelassenen Schneelast in kN/m² und lass dir die Statik zeigen. Optisch passt Alu zu modernen Häusern und zu einer Alu-Terrassenüberdachung im gleichen Profilsystem.
Stahl ist die Wahl für große Spannweiten ohne Mittelstütze, für Doppelcarports mit Abstellraum oder wenn ein Solardach draufkommt. Teuer, schwer, dafür ohne Diskussion tragfähig. Feuerverzinkt plus Pulverbeschichtung ist Pflicht, blanker Stahl rostet an den Schnittkanten in zwei Wintern.
Fundament und Dach: wo Bausätze sparen und du draufzahlst
Punktfundamente reichen für fast jeden Carport, wenn sie frostfrei gegründet sind – in Bayern heißt das 80 cm tief. Die Pfostenträger kommen in den frischen Beton oder werden nachträglich auf ausgehärtete Fundamente gedübelt; beides funktioniert, das Dübeln ist genauer. Wer die Pfosten direkt einbetoniert, hat nach zehn Jahren Fäulnis am Fuß. Eine Bodenplatte brauchst du nur, wenn du sie als Boden nutzen willst; Pflaster mit ordentlichem Unterbau ist meist günstiger und entwässert von selbst.
Beim Dach unterscheiden sich die Angebote stärker als beim Gerüst darunter. Flachdach mit Trapezblech ist am günstigsten, laut bei Regen und braucht mindestens 5 Grad Gefälle. Stegplatten aus Polycarbonat bringen Licht, vergilben bei Billigware und knacken bei Hagel. Bitumenschindeln oder Dachpappe auf Holzschalung sind die klassische Zimmererlösung und lassen sich später begrünen. Ein Satteldach mit Ziegeln passt zum Haus, kostet aber schnell 1.500 bis 3.000 € mehr und braucht die entsprechende Statik. Was du in jedem Fall brauchst: eine Dachrinne mit Ableitung. Regenwasser vom Carportdach darf weder aufs Nachbargrundstück noch ungeregelt auf die Straße laufen, und in vielen Gemeinden darf es nicht in den Kanal, sondern muss auf dem Grundstück versickern.
Selbst aufbauen: was geht und woran es scheitert
Ein Holzbausatz ist mit zwei Leuten, Wasserwaage, Schlagschrauber und einem Wochenende machbar. Die drei Stellen, an denen Eigenbauten schiefgehen: Fundamente nicht im Winkel und nicht auf einer Höhe (nimm eine Schnur und miss die Diagonalen, nicht nur die Seiten), Pfostenträger zu niedrig gesetzt, sodass das Holz im Spritzwasser steht, und das Dachgefälle vergessen. Bei Alu und Stahl würde ich die Montage dem Betrieb überlassen, die Profile verzeihen keinen schiefen Pfosten. Und: Wer selbst aufbaut, ist auch für die Standsicherheit verantwortlich. Bausätze ohne Statiknachweis für deine Schneelastzone sind keine Ersparnis.
Anzeige – Material für die Eigenleistung. Für den Selbstaufbau eines Holzbausatzes brauchst du neben dem Carport selbst vor allem die Teile, die im Bausatz oft fehlen oder zu schwach sind: Pfostenträger, Beton für die Fundamente und einen Holzschutz. Achte bei Pfostenträgern auf feuerverzinkten Stahl und mindestens 15 cm Abstand vom Boden. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.
- H-Pfostenträger 12 × 12 cm, feuerverzinkt – zum Einbetonieren; für nachträgliches Dübeln stattdessen U-Pfostenträger mit Dolle
- Schnellbeton / Fertigbeton – pro Punktfundament 40 × 40 × 80 cm rechnest du rund 250 kg
- Holzschutzlasur für außen – vor dem Aufbau streichen, nachher kommst du an die Verbindungen nicht mehr heran
- Dachrinnen-Set für Carports – fehlt in vielen Bausätzen; Gefälle 2–3 mm je Meter zum Fallrohr
Genehmigung in Bayern: verfahrensfrei heißt nicht regelfrei
Ich beziehe mich hier auf die Bayerische Bauordnung; in anderen Bundesländern gelten andere Grenzen. In Bayern ist ein Carport als überdachter Stellplatz nach Art. 57 Abs. 1 Nr. 1 b BayBO verfahrensfrei bis 50 m² Brutto-Grundfläche – du brauchst also keinen Bauantrag und keine Bauanzeige. Das gilt nicht im Außenbereich; dort ist jeder Carport genehmigungspflichtig. Verfahrensfrei bedeutet aber nur, dass niemand vorher prüft. Einhalten musst du trotzdem alles, und dafür haftest du selbst:
- Grenzbebauung (Art. 6 Abs. 7 BayBO): Direkt an der Nachbargrenze darf der Carport stehen, wenn die mittlere Wandhöhe höchstens 3 m beträgt und er je Grenze nicht länger als 9 m ist; alle Grenzgebäude zusammen (Garage, Carport, Gartenhaus) höchstens 15 m. Sonst gilt die normale Abstandsfläche von 3 m.
- Bebauungsplan: Er kann Baugrenzen, Stellplatzflächen, Dachform und sogar die Farbe vorschreiben. Viele Pläne verlangen einen Stauraum von 5 m zwischen Straße und Carport. Den Plan bekommst du bei der Gemeinde, oft online.
- Zufahrt und Sichtdreieck: Der Carport darf an Kreuzungen und Einmündungen die Sicht nicht verdecken. Bei offenen Carports ohne Tor entfällt der 3-m-Stauraum aus der Garagen- und Stellplatzverordnung, der Bebauungsplan kann ihn trotzdem fordern.
- Nachbar und Wasser: Das Dach darf nicht über die Grenze ragen, Regenwasser nicht zum Nachbarn laufen. Ein Gespräch vorher spart die Nachbarklage nachher.
- Gestaltungssatzung und Denkmalschutz: In Ortskernen und Ensembles kann die Gemeinde Material und Dachform vorgeben, Denkmalschutz braucht immer eine Erlaubnis.
Mein Rat: Vor dem Kauf eine Skizze mit Maßen und Abständen zur Gemeinde schicken und um eine kurze schriftliche Einschätzung bitten. Das kostet nichts und verhindert den typischen Streitfall: Carport steht, Nachbar beschwert sich, Bauamt fordert Rückbau. Bei einem Carport über 50 m² oder mit Abstellraum, der die Grenzwerte sprengt, brauchst du den Bauantrag mit Statik; rechne dafür mit 800 bis 2.000 € für Planer und Gebühren. Alle Regeln im Detail, auch für andere Bundesländer, stehen in Carport Baugenehmigung.
Förderung: gibt es für den Carport nicht
Klar gesagt: Ein Carport ist keine energetische Maßnahme, weder BAFA noch KfW noch der Steuerbonus nach § 35c EStG fördern ihn – genauso wenig wie Wintergarten oder Terrassendach. Was geht: Der Handwerkerbonus nach § 35a EStG, 20 Prozent der Lohnkosten bis 1.200 € Ermäßigung im Jahr, wenn der Betrieb Lohn und Material getrennt ausweist und du überweist. Beim Solar-Carport gilt für die PV-Komponenten der Nullsteuersatz bei der Umsatzsteuer, der Carport selbst bleibt voll steuerpflichtig. Achte darauf, dass der Anbieter das auf der Rechnung sauber trennt. Details zur Dachförderung allgemein stehen im Beitrag Förderung für Dachsanierung und Dachdämmung 2026.
Angebote vergleichen: die Positionen, die fehlen
Ein brauchbares Carport-Angebot nennt: Holzart oder Profilsystem mit Querschnitten, die Schneelast, für die die Statik gilt, Dacheindeckung mit Gefälle, Fundamentart mit Tiefe, Dachrinne und Ableitung, Bodenarbeiten getrennt, Lohn und Material getrennt für § 35a. Fehlt die Schneelast, frag nach – bei einem Bausatz für 200 kg/m² unter 800 m Höhe in Bayern hast du im nächsten Schneewinter ein Problem. Wie du Angebote grundsätzlich liest, steht unter Dachdecker-Angebot prüfen, die kostenlose Checkliste funktioniert auch für den Carport.
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* Partnerlink. Alle Kostenangaben sind Richtwerte ohne Gewähr, Stand September 2026. Baurechtliche Angaben beziehen sich auf die Bayerische Bauordnung (Art. 57, Art. 6 Abs. 7 BayBO); maßgeblich sind Gesetzestext, Bebauungsplan und die Auskunft deiner Gemeinde. Keine Rechts- oder Steuerberatung.
Kommentare
Ein Kommentar zu „Carport Kosten 2026: Holz, Alu oder Stahl – Preise mit Montage und Fundament, Selbstaufbau und die Genehmigungsfrage in Bayern“
[…] Wird doch ein Bauantrag fällig, brauchst du einen bauvorlageberechtigten Planer und je nach Land einen Standsicherheitsnachweis. Rechne für Planung und Gebühren grob mit 800 bis 2.000 €. Was der Carport selbst mit Fundament und Montage kostet, steht in Carport Kosten 2026: Holz, Alu oder Stahl. […]