Dachgaube Kosten 2026: Schleppgaube, Satteldachgaube, Fertiggaube – Preise, Genehmigung, Förderung

Eine Gaube ist der teuerste Quadratmeter am ganzen Dachausbau. Sie bringt Stehhöhe, Licht und Fassadenwirkung, greift aber in Statik, Dämmung, Abdichtung und meistens ins Baurecht ein. Hier steht, was die gängigen Gaubentypen 2026 realistisch kosten, welche Nebenkosten in Portal-Tabellen fehlen und wann du mit einem großen Dachfenster deutlich günstiger zum gleichen Ergebnis kommst.

Dachgaube Kosten nach Bauart (Richtwerte 2026)

Die Preise gelten für eine Gaube mit rund 2,5 bis 3,5 m Breite, komplett mit Fenster, Dämmung, Eindeckung, Verkleidung und Innenausbau, ohne Gerüst und Genehmigung. Regionale Schwankungen von 20 bis 30 Prozent sind normal.

GaubentypRichtwert komplettWofür sie taugt
Schleppgaube (Flachdach-Gaube)ca. 8.000–15.000 €günstigste Zimmermannslösung, viel Breite möglich, schlichte Optik
Satteldachgaube (Giebelgaube)ca. 10.000–18.000 €klassische Optik, mehr Handarbeit an First und Kehlen
Walmgaubeca. 12.000–22.000 €aufwendige Eindeckung, wenig Nutzfläche pro Euro
Fertiggaube (vorgefertigt, per Kran gesetzt)ca. 9.000–20.000 €ein Tag Montage, geringes Wetterrisiko, Kranmiete extra
Fledermaus-/Rundgaubeab ca. 20.000 €Handwerkskunst, in der Regel nur bei Denkmalschutz oder Anspruch

Pro laufendem Meter Gaubenbreite kannst du grob mit 3.000 bis 5.000 Euro rechnen. Zwei Gauben sind nicht doppelt so teuer wie eine, weil Gerüst, Anfahrt und Planung nur einmal anfallen, aber sie sind auch kein Schnäppchen: der Aufschlag liegt meist bei 70 bis 85 Prozent der ersten Gaube.

Die Nebenkosten, die in den Tabellen fehlen

  • Statik und Planung: 800 bis 2.500 Euro. Jede Gaube unterbricht Sparren, also braucht es Wechsel und Auswechslungen, die ein Statiker nachweist. Ohne Statik keine Genehmigung und keine saubere Ausführung.
  • Baugenehmigung: 300 bis 1.500 Euro Gebühren plus Architekt oder Bauvorlageberechtigter. In Bayern ist eine Gaube in der Regel genehmigungspflichtig, weil sie das äußere Erscheinungsbild ändert. Manche Bebauungspläne begrenzen Gaubenbreite (oft maximal die Hälfte oder ein Drittel der Trauflänge) oder verbieten Gauben ganz.
  • Gerüst: 1.500 bis 4.000 Euro für ein Ein-/Zweifamilienhaus, je nach Höhe und Standzeit. Details im Beitrag Gerüst Kosten.
  • Anpassung der Dämmung und Dampfbremse: Die Gaube muss luftdicht an die vorhandene Dachdämmung anschließen. Bei alter oder fehlender Dämmung wird daraus schnell eine Teilsanierung, siehe Dach dämmen: Kosten und Varianten.
  • Innenausbau: Trockenbau, Spachteln, Malerarbeiten, Elektrik, Heizkörper versetzen. 1.500 bis 4.000 Euro, je nachdem, wie viel der Innenausbau vom Rest des Dachgeschosses ohnehin mitläuft.
  • Kran bei Fertiggauben: 600 bis 1.500 Euro für den Montagetag inklusive Anfahrt und ggf. Straßensperrung.

Realistisch landet eine einzelne Gaube damit inklusive aller Nebenkosten bei 14.000 bis 25.000 Euro. Wer in einem Angebot 7.000 Euro liest, sollte prüfen, was fehlt.

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Gaube oder großes Dachfenster? Die Rechnung, die kaum jemand macht

Der häufigste Grund für eine Gaube ist Stehhöhe. Der zweithäufigste ist Licht. Für Licht ist die Gaube die schlechteste Lösung pro Euro: Ein senkrechtes Gaubenfenster bringt weniger Tageslicht in den Raum als ein gleich großes Dachflächenfenster, weil es nur seitlich einstrahlt. Zwei nebeneinander gesetzte Dachfenster mit 114 × 140 cm inklusive Einbau kosten 4.000 bis 7.000 Euro und bringen mehr Licht als eine 12.000-Euro-Gaube.

Stehhöhe dagegen bekommst du nur mit der Gaube oder mit einer Kniestockerhöhung. Wenn der Raum unter 2,30 m Stehhöhe auf weniger als der Hälfte der Fläche hat, ist die Gaube selten das Problem, sondern der Kniestock. Dann lohnt sich ein Blick in den Beitrag Dachausbau: Was er wirklich kostet, bevor du in Gauben investierst.

Wer sich für Dachfenster entscheidet: Einbaukosten, Zeitansätze und Austauschregeln stehen im Ratgeber Dachfenster einbauen: Kosten 2026.

Förderung für Gauben 2026

Die Gaube selbst wird nicht gefördert, ihre Dämmung und ihr Fenster schon, wenn sie Teil einer energetischen Maßnahme sind: BAFA-Zuschuss 15 Prozent auf Dämmung und Fenster (U-Wert Fenster maximal 0,95 W/(m²K), Dämmung maximal 0,14 W/(m²K)), alternativ 20 Prozent Steuerbonus nach §35c EStG. Voraussetzung ist ein Energieeffizienz-Experte und der Antrag vor Auftragserteilung. Bei Gauben ist der förderfähige Anteil meist klein, weil Statik, Zimmererarbeit und Innenausbau nicht dazugehören. Rechne mit 1.000 bis 2.500 Euro Zuschuss, nicht mehr. Alle Regeln im Beitrag Förderung Dach 2026.

Fünf Fehler, die Gauben teuer machen

  1. Bebauungsplan nicht vorher gelesen. Gaubenbreite, Abstand zum Ortgang und Dachneigung der Gaube sind oft festgelegt. Ein Anruf beim Bauamt kostet nichts, ein abgelehnter Antrag kostet die Planung.
  2. Kehlen und Anschlüsse gespart. Die Gaube ist undicht an den Seitenwänden und an der Kehle, nicht in der Fläche. Blecharbeiten gehören in jedes Angebot.
  3. Gaube zu schmal geplant. Unter 2 m Innenbreite entsteht ein Schlauch, in dem kein Bett und kein Schreibtisch sinnvoll stehen. Die Mehrkosten pro Meter sind geringer als der Nutzwertverlust.
  4. Dachfenster in der Gaubenfläche vergessen. Bei Schleppgauben mit Flachdach lässt sich mit einem Flachdachfenster viel Licht für kleines Geld gewinnen.
  5. Nur ein Angebot. Bei kaum einer Bauleistung liegen die Angebote so weit auseinander wie bei Gauben. Zwei bis drei Vergleichsangebote sind Pflicht, die Checkliste dafür steht unter Angebot prüfen.

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* Partnerlink. Alle Kostenangaben sind Richtwerte ohne Gewähr, Stand September 2026. Baurechtliche Aussagen beziehen sich auf die Bayerische Bauordnung, in anderen Bundesländern gelten abweichende Regeln.